10 Warnzeichen für Krebs, die Sie nicht ignorieren sollten

Krebs kann nahezu jedes Organ betreffen, und seine Anzeichen sind so vielfältig wie die Erkrankung selbst. Gleichzeitig sind sie oft unauffällig und überschneiden sich mit harmlosen Beschwerden. Die meisten dieser Symptome haben eine gutartige Ursache, doch wer sie kennt, erkennt früher, wann ein Arztbesuch sinnvoll ist. Je früher Krebs entdeckt wird, desto besser sind in vielen Fällen die Behandlungsmöglichkeiten. Wichtig ist der Verlauf: Beschwerden, die ohne erkennbaren Grund länger als zwei bis drei Wochen anhalten, wiederkehren oder zunehmen, sollten ärztlich untersucht werden.

1. Ungewollter Gewichtsverlust

Verlieren Sie ohne Diät und ohne mehr Bewegung innerhalb weniger Monate deutlich an Gewicht, zum Beispiel fünf Prozent des Körpergewichts oder mehr, sollten Sie die Ursache klären lassen. Der Verlust tritt häufig bei Krebs von Bauchspeicheldrüse, Magen, Speiseröhre und Lunge auf, kann aber auch Schilddrüse, Diabetes oder Depression als Ursache haben.

2. Anhaltende Müdigkeit

Extreme, nicht erklärbare Erschöpfung, die sich durch Schlaf nicht bessert, kann auf Blutarmut, Entzündungsreaktionen oder Stoffwechselstörungen hinweisen. Bei Blutkrebs ist sie oft ein frühes Zeichen.

3. Fieber und Nachtschweiß

Wiederkehrendes Fieber ohne Infekt oder so starkes nächtliches Schwitzen, dass Kleidung und Bettwäsche durchnässt sind, kommen vor allem bei Lymphomen und Leukämien vor, aber auch bei vielen anderen Erkrankungen.

4. Anhaltende Schmerzen ohne Ursache

Schmerzen sind selten ein Frühsymptom, können aber auftreten, zum Beispiel Rückenschmerzen bei Tumoren in Bauchraum oder Becken, Knochenschmerzen, Kopfschmerzen, die zunehmen und sich nicht wie gewohnt verhalten, oder nächtliche Schmerzen, die in Ruhe nicht nachlassen. Die meisten Schmerzen haben harmlose Ursachen, anhaltende ungeklärte Schmerzen verdienen dennoch eine Untersuchung.

5. Hautveränderungen

Achten Sie auf Muttermale, die sich in Form, Farbe oder Größe ändern, auf Wunden, die nicht heilen, und auf neue, juckende, blutende oder krustige Stellen. Hilfreich ist die ABCDE-Regel: Asymmetrie, unscharfe Begrenzung, mehrere Farben, Durchmesser über sechs Millimeter, Entwicklung. Auch eine gelbliche Haut kann ein Warnzeichen sein, etwa bei Leber- oder Gallenwegserkrankungen. Hautkrebs ist früh erkannt meist gut heilbar.

6. Knoten und Schwellungen

Ein neuer, tastbarer Knoten in Brust, Hoden, Hals, Achselhöhle oder Leiste, der nicht schmerzt und nach Wochen nicht kleiner wird, muss abgeklärt werden. Regelmäßiges Abtasten von Brust oder Hoden hilft, Veränderungen früh zu erkennen.

7. Veränderungen bei Stuhlgang und Wasserlassen

Anhaltender Durchfall oder Verstopfung, schmaler Stuhl, Blut im Stuhl oder Urin, häufigerer Harndrang, ein schwacher Harnstrahl oder Schmerzen beim Wasserlassen können auf Erkrankungen von Darm, Blase oder Prostata hinweisen. Meist sind harmlose Ursachen wie Entzündungen, Hämorrhoiden oder eine gutartige Prostatavergrößerung verantwortlich, aber nur eine Untersuchung klärt das.

8. Ungewöhnliche Blutungen oder Ausfluss

Dazu zählen Blutungen außerhalb der Periode oder nach den Wechseljahren, blutiger Auswurf, Blut im Erbrochenen, Blut im Stuhl oder Urin sowie blutiger Ausfluss aus der Brustwarze. Blutungen sollten immer abgeklärt werden.

9. Anhaltender Husten, Heiserkeit und Schluckbeschwerden

Ein Husten oder eine Heiserkeit, die länger als drei Wochen dauert, besonders bei Rauchern, sollte untersucht werden, ebenso Schluckbeschwerden, das Gefühl, dass Essen stecken bleibt, oder anhaltende Verdauungsbeschwerden und Sodbrennen, das trotz Behandlung nicht besser wird. Mögliche Ursachen reichen von harmlosen Infekten bis zu Tumoren in Lunge, Kehlkopf, Speiseröhre oder Magen.

10. Veränderungen im Mund und an den Schleimhäuten

Weiße oder rote Flecken, Geschwüre, die nach drei Wochen nicht heilen, oder Verhärtungen in Mund und Zunge verdienen Aufmerksamkeit, besonders bei Rauchern und Menschen mit hohem Alkoholkonsum. Auch ein Zahnarztbesuch kann hier Hinweise liefern.

Was erhöht das Risiko?

Tabak ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor, gefolgt von Alkohol, Übergewicht, Bewegungsmangel, ungesunder Ernährung, übermäßiger UV-Strahlung und bestimmten Infektionen wie HPV, Hepatitis B und C. Hinzu kommen Alter und familiäre Veranlagung.

Früherkennung nutzen

Viele Tumoren verursachen im Frühstadium keine Symptome. Deshalb gibt es Vorsorgeprogramme, zum Beispiel Mammographie, Darmkrebs-Früherkennung, Gebärmutterhalsabstrich oder HPV-Test, Hautkrebs-Screening und für Raucher mit hohem Risiko in manchen Ländern die Low-Dose-CT der Lunge. Welche Angebote ab welchem Alter gelten, unterscheidet sich je nach Land und Risiko. Fragen Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt.

Wann zum Arzt?

Vereinbaren Sie einen Termin, wenn eines dieser Zeichen länger als zwei bis drei Wochen anhält, ohne Grund auftritt oder sich verschlimmert. Sofortige Hilfe brauchen Sie bei starken Blutungen, plötzlichen heftigen Schmerzen, Atemnot oder wenn Sie nichts mehr schlucken können. Haben Sie keine Angst vor dem Ergebnis: Meist sind die Befunde harmlos, und eine frühe Diagnose ist ein Vorteil.

Fazit

Gewichtsverlust, Müdigkeit, Fieber, Schmerzen, Hautveränderungen, Knoten, veränderte Ausscheidungen, Blutungen, Husten und Mundveränderungen sind keine Diagnose, aber Anlass für Aufmerksamkeit. Hören Sie auf Ihren Körper, nutzen Sie Vorsorgeuntersuchungen und leben Sie gesund. So geben Sie sich die besten Chancen.

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